PISA in Deutschland

Die PISA-Studie bescheinigt dem deutschen Schulsystem, daß es nicht sonderlich effektiv ist. Die gemessenen Leistungen zu dieser Studie zeigen das eindeutig. Es läßt sich nicht leugnen.

Bei allen Bewertungen geht kaum jemand auf gesellschaftliche Zusammenhänge ein. Politische Ursachen wurden selten berücksichtigt. Über die Testabwicklung wurde wenig berichtet. Aber fast alle kennen die Ursachen: auf der einen Seite lustlose ausgebrannte überbezahlte Lehrer ohne (soziales) Engagement, die dringend in den Ferien nachgeschult werden müssen, und auf der anderen Seite Eltern, die sich aus jeder Verantwortung stehlen und ihre Kinder in der Schule abliefern. Soweit hat es jeder schon gelesen.

Mit Angst und Schrecken denke ich an die Konsequenzen, die sich aus dem deutschen Abschneiden ergeben. Genau diejenigen, die eine Reform nach der anderen verabschieden, sind es, die den Karren aus dem Dreck ziehen wollen. Alle, die mit der Schule zu tun haben, und zwar vom Schulrat bis zum Schüler, werden durch ständige Experimente verunsichert. Wenig hilfreich ist, daß man ständig bemüht ist, Anforderungen und Ansprüche von den Schülern fernzuhalten. Wenn man möglichst viele zum Abitur führen möchte, darf man sich nicht wundern, daß manch einer darunter ist, der die Bedingungen dazu eigentlich gar nicht erfüllt. Wahrscheinlich sagt die Quote derjenigen, die die Hochschulreife erlangen, eher etwas aus über die Qualität der Prüfung als über die Qualität des Schulsystems.

Die Leute, die politisch das schlechte Abschneiden des deutschen Schulsystems zu verantworten haben, werden natürlich nicht sagen: Wir haben uns in Experimenten verzettelt und machen den Weg für andere frei. Statt dessen behaupten sie weiter, daß sie alles richtig gedacht haben, aber weiter unten alle zu träge sind, ihre Ideen umzusetzen.

Eigentlich kennen wir das alles schon vom Sozialismus: Superidee, wenn bloß die Menschen nicht wären!

Einen recht abweichenden Kommentar zur PISA-Studie fand ich in der VBE-Zeitschrift schule heute. Dort schreibt regelmäßig Kurt Kuhle, ein inzwischen pensionierter Lehrer mit ereignisreichem Lebenslauf, eine Glosse. Ich freue mich, wie gekonnt er Standpunkte vertritt; besonderen Nachdruck verleiht er ihnen, indem er sie mit einem Augenzwinkern versieht.

Sein PISA-Kommentar steht hier.

Kommentar: Peter Oberem