Bertold Brecht
Vor ein paar Jahren waren einige von uns Lehrern so von den Möglichkeiten begeistert, die ein Computer bietet, dass wir daraus geschlossen hatten, die Begeisterung ließe sich pädagogisch nutzen. Softwarefirmen erkannten blitzschnell den Markt und produzierten Programme, mit denen Kinder freudig viel schneller und erfolgreicher lernen sollten. Wir sahen uns die Programme mit großen Augen an und glaubten selbst daran.
Seitdem haben wir unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Ziemlich ernüchtert stelle ich fest, dass die meisten Erwartungen nicht erfüllt wurden.
Meine eigenen Erfahrungen werden unterstützt von Clifford Stoll und jetzt auch von Petra Gerster. Beide Standpunkte finden sich auf diesen Seiten.
Erschreckend ist es für mich zu sehen, dass gleichzeitig maßlos in der Schule in Computertechnik investiert wird. Gerade wird in unserer Grundschule ein kühlschrankgroßer Server installiert, der neue PCs in Klassenräumen mit einem Rechner im Lehrerzimmer und dem Internet vernetzt. Da stellen sich wieder Fragen über Fragen: Wer soll damit arbeiten? (Unsere Lehrerinnen und Lehrer können es nicht.) Was sollen die Kinder damit anfangen, besonders mit dem Netz? Wer soll das System warten? (Wahrscheinlich werden bei den ersten Schwierigkeiten einfach die Netzstecker herausgezogen.) Wie lange soll das System halten? (Vielleicht wäre in zwei Jahren eine Verkabelung überflüssig, im Zeitalter von Bluetooth.) Wer hat das pädagogische Konzept für diese Aufrüstung entwickelt? Warum wird die Anlage nicht in einem separaten Nebenraum installiert, sondern direkt in einem Klassenraum? Wo kommt auf einmal das Geld her?
Vielleicht könnten wir ja auch sagen, wir freuen uns einfach, dass uns jemand was schenken will, auch wenn wir es nicht brauchen können. Aber der Kram steht in den Ecken und in den Klassen herum und kostet Platz. Und noch viel schlimmer: Für wirklich wichtige Dinge ist nach wie vor nie Geld vorhanden:
Und nun endlich zum Artikel von Petra Gerster:
Kleine Kinder gehören nicht vor den Computer
Kommentar: Peter Oberem