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Die Astrid-Lindgren-Schule und die Johannesschule sind zwei Grundschulen im selben Schulbezirk. Die Astrid-Lindgren-Schule gibt es solange es in Nordrhein-Westfalen Grundschulen gibt. Im Jahr 1968 teilte sie sich von der bisherigen Volksschule Schladschule ab. Die Johannesschule feiert in diesem Jahr mit ihrem Schulfest ihr 111-jähriges Bestehen. Bis 1968 war sie Volksschule, danach Grundschule.
Geburtenschwache Jahrgänge mit kleinen Anmeldezahlen gab es in der Zwischenzeit häufiger, und manchmal kamen Zweifel auf, ob die Schulen weiter bestehen könnten. Solche Zeiten gingen vorbei, und in den letzten Jahren wuchsen beide Schulen zu einer recht gleichmäßigen Zweizügigkeit.
Beide Schulen haben immer Wert auf eigene Profile gelegt, und den Kindern und Eltern ist überwiegend schon deutlich bewusst gewesen, welche der beiden Schulen sie gewählt hatten, ohne dass Feindseligkeiten erkennbar wären. Daran änderte sich auch nichts, als beide Schulen den Ganztagsbetrieb gemeinsam einrichteten.
In Schulentwicklungsplänen der Stadt Oberhausen war schon vorher erkennbar, dass die Stadt Doppelstandorte abschaffen wollte. Bisher fühlten wir uns aber nicht leicht angreifbar, weil beide Systeme gesund funktionierten. Im Frühjahr 2011 fanden wir uns als Beteiligte in einem Rundumschlag der Stadt wieder.
- 27. Mai 2011: Zusammenlegung mit der Johannesschule?
Wahrscheinlich haben Sie es in der WAZ und NRZ schon gelesen: Die Stadt Oberhausen möchte mehrere Schulen schließen oder zusammenlegen. Davon betroffen sind auch die Astrid-Lindgren-Schule und die Johannesschule. Das ist für uns nichts Neues, denn diese Absicht gab es schon im letzten Schulentwicklungsplan. Neu ist dagegen, dass die Stadt jetzt offenbar konkrete Pläne hat.
Was genau am Ende eingerichtet wird, kann man jetzt noch nicht sagen, denn die Entscheidung steht für den Oktober 2011 an. Von einigen Sachverhalten wird man aber sicher ausgehen können:
- Der Standort für eine Grundschule an der Stiftstraße bleibt auf jeden Fall erhalten.
- Die jetzt bestehenden Klassen werden bestehen bleiben.
- Die ersten Schuljahre für das Schuljahr 2011/2012 werden wie geplant eingerichtet.
- 7. Juni 2011: "Informationen" zum Thema Zusammenlegung
Die Informationen zur Zusammenlegung müssen wir leider zum großen Teil der WAZ und der NRZ oder derem Online-Portal derwesten.de entnehmen. Dort wird häufig wenig recherchiert, und manchmal wird einfach ungenau berichtet, oder es werden ungeprüft die Standpunkte der Stadt übernommen, oder es findet sich auffällig die Meinung des Redakteurs wieder. Heute fand sich unter anderen dubiosen Prognosen (Im Jahr 2025, also in 14 Jahren, wird Oberhausen rund 6341 Grundschulkinder haben. Rund.) eine im Artikel, der zufolge die ALS ins nächste Schuljahr mit 32 Erstklässlern starten soll. Es ist nicht zu erklären, woher diese Zahl stammt. Angeblich verliere die ALS Schüler, obwohl nachweislich in den letzten Schuljahren die Schülerzahl gestiegen ist und keine Anzeichen für eine Trendwende genannt wird. Die Redakteurin gibt Rechenkunststücke weiter, in denen Klassen größerer Schulen die Erkrankung einer Klassenlehrerin leichter verkraften könnte. Frech und unfair ist es, die Zusammenarbeit zwischen ALS und Johannesschule im Ganztagsbereich als Argument zur Zusammenlegung heranzuziehen. Da könnte man auch gleich im Umkehrschluss anderen Schulen den Tipp geben: Passt auf, dass euer Verhältnis zu Nachbarschulen schlecht ist, dann werdet ihr nicht so schnell mit ihnen zusammengelegt. Hier ist der aktuelle Artikel auf der derwesten.de-Seite:
7.6.2011: Schulschließungen: Kriterien für das Aus von Schulen in Oberhausen
Und hier sind zum Verfolgen die vorausgegangenen:
28.5.2011: Stadt hält an Plänen fest
27.5.2011: Eltern demonstrieren gegen Schließung von Schulen in Oberhausen
25.5.2011: Sparpläne: Oberhausen will elf Schulen schließen
4.3.2011: Bildung: Rektoren wollen für Erhalt der Grundschulen in Oberhausen kämpfen
- 9. Juni 2011: Neues zum Thema Zusammenlegung
Nach dem einigermaßen missglückten Artikel in der WAZ (siehe unten) kommen nun drei Schulleiterinnen und Schulleiter zu Wort, die die Berichterstattung so nicht hinnehmen wollen. Darunter ist auch Herrn Kovacs Stellungnahme. Hier ist der Artikel nachzulesen:
08.06.2011: Schulen: Schulen fordern aktuelle Zahlen in Schulschließdebatte von der Stadt
Interessanterweise dekorierte die WAZ ihren Artikel mit einem Archivfoto von zwei Klassen der Johannesschule. Der Untertitel "Die Johannesschule in Oberhausen - mit ihr soll laut Schulentwicklungsplan die Astrid-Lindgren-Schule zusammengelegt werden" soll wohl suggerieren, es gehe bei der Johannesschule ohnehin nur um ein paar wenige Kinder. In Wirklichkeit zeigt das Foto zwei von acht Klassen - es geht immerhin um gut vier Mal so viele Kinder!
Nach dem aktuellen Stand müsste es folgendermaßen weitergehen: Zunächst müssen Stellungnahmen gesammelt werden. Der Schulausschuss berät über den Schulentwicklungsplan und kommt im September zu einem Ergebnis, das dem Rat der Stadt zum Beschluss im Oktober vorgelegt wird.
Bis dahin hat das Schuljahr 2011/2012 begonnen, das beide Schulen wie gewohnt durchlaufen werden.
Der Rat kann auf den Vorlagen des Schulausschusses basierend verschiedene Beschlüsse fassen:
- Die beiden Schulen bleiben wie bisher bestehen. Das ist natürlich das Ergebnis, das wir wollen.
- Die Astrid-Lindgren-Schule wird der Johannesschule angeschlossen, oder die Johannesschule wird der Astrid-Lindgren-Schule angeschlossen. Beide Möglichkeiten sind sehr unwahrscheinlich, da die Schulen etwa gleich groß sind.
- Es könnte eine Verbundschule eingerichtet werden, in der die Johannesschule als katholischer Zweig einer Gemeinschaftsgrundschule fortgeführt würde.
- Beide Schulen werden aufgelöst, und es entsteht eine neue. Das ist die Variante, die die Stadt sich vorstellt. In diesem Fall käme es zu einem Bestimmungsverfahren, in dem die Eltern der dann aktuellen Klassen 1 bis 3 und der neu angemeldeten Schulkinder wählen, ob die neue Schule eine Gemeinschaftsgrundschule oder eine Bekenntnisgrundschule werden soll. Die neue Schule begänne dann mit dem Schuljahr 2012/2013.
Im Oberhausener Wochenanzeiger erschien am 22.6.2011 eine Stellungnahme der CDU zum Schulentwicklungsplan. Sie geht nicht auf unsere konkrete Situation ein, sondern behandelt die geplanten Schließungen und Zusammenlegungen generell. Das Vorgehen der Stadt findet bei der CDU kein Verständnis. Der Titel des Artikels ist "Schulfrieden nachhaltig gestört", und auf der CDU-Homepage findet er sich unter dem noch treffenderen Titel "Schul-ab-wicklung statt Schul-ent-wicklung". Nachlesen kann man die vollständige Stellungnahme hier.
Auf derwesten.de erschien am 26.6.2011 ein Kommentar von Peter Szymaniak mit dem Titel Wie die SPD leichtfertig die Sympathien der Bürger verspielt. Neben dem Umgang mit der Kaufhof-Schließung und den falsch berechneten Müllgebühren führt er die mangelhafte Transparenz in den Plänen zu den Schulschließungen an. "Der Verdacht liegt nahe, dass die SPD vielleicht zu selbstgefällig geworden ist", heißt es in diesem Artikel. Vollständig nachlesen kann man ihn hier.
Nach der Sommerpause, in der viele Gesprächen mit Stadtvertretern und im Lehrerzimmer stattgefunden haben, scheint jetzt die Entscheidung gefallen zu sein.
- 1. Oktober 2011: Die Johannesschule will sich auflösen und sich uns anschließen
Am 30. September berieten die Fraktionen der SPD und der Grünen die Lage an den Oberhausener Schulen, die geschlossen oder zusammengelegt werden sollen. Dem entsprechend wird das Beratungsergebnis am 11. Oktober dem Schulausschuss und am 17. Oktober dem Rat zum Beschluss vorgelegt.
Was nun geschehen soll, wurde am Abend auf der Internetseite derwesten.de und am 1. Oktober in den Oberhausener Zeitungen öffentlich gemacht.
In unserem Fall soll es so weitergehen: Die Johannesschule wird auf eigenen Vorschlag aufgelöst und soll mit der Astrid-Lindgren-Schule eine neue Schule gründen. Der Zusammenschluss soll schon zum nächsten Schuljahr, also 2012/2013, erfolgen. Dieses Ergebnis hatte die Stadt angestrebt, und mit dieser beschleunigten Bereitwilligkeit wird der Rat gern in diesem Sinne beschließen. Die Stadt wollte im Fall einer Zusammenlegung ein Bestimmungsverfahren darüber durchführen, in dem die Eltern darüber abstimmen sollen, ob die neue Schule konfessionell oder als Gemeinschaftsgrundschule geführt werden soll. Das lehnen beide Schulen ab, um Auseinandersetzungen zu vermeiden. Die neue Schule wird eine Gemeinschaftsgrundschule sein.
Interessant bei den anderen betroffenen Schulen sind für uns zwei andere Ergebnisse: Die Vennepothschule läuft aus. Den Informationen aus der Sitzung zufolge können die Kinder bis zum Wechsel auf die weiterführenden Schulen in ihren bestehenden Klassen bleiben oder im Klassenverband an eine andere Schule wechseln. Erfahrungen aus der ebenfalls aufgelösten Knappenschule lassen vermuten, dass Kinder die Vennepothschule vorzeitig verlassen und zu uns und der Froschenteichschule wechseln werden. Die Dunkelschlagschule und die Grundschule Schmachtendorf, die unter ähnlichen Voraussetzungen wie wir in die Diskussion gegangen sind, bleiben bestehen, sollen aber ihre Zusammenarbeit intensivieren. Die Prognosen zu den Schülerzahlen sind in diesem Fall zwar etwas besser als in unserem Fall, aber bei uns wurde ein ähnliches Ergebnis von Anfang an nicht konsequent angestrebt.
- 17. Oktober 2011: Es ist beschlossen:
Die Johannesschule und die Astrid-Lindgren-Schule werden zusammengelegt.
Der Schulentwicklungsplan war Thema in der Sitzung des Stadtrats. Überhaupt nicht überraschend setzte sich die Regierungskoalition (SPD und Grüne) mit ihrer Vorlage durch. Damit verschwinden einige Schulen in den nächsten Jahren, darunter sind auch sechs Schulen, die zu drei neuen zusammengelegt werden.
In unserem Fall löst sich, wie schon berichtet, die Johannesschule auf eigenen Wunsch auf und schließt sich der ALS an. Möglicherweise könnte die neu entstehende Schule einen neuen Namen bekommen.
Die Anmeldung der Kinder, die zum nächsten Schuljahr eingeschult werden, erfolgt schon nicht mehr an der Johannesschule oder der alten Astrid-Lindgren-Schule, sondern an der neuen Gemeinschaftsgrundschule.
Derwesten.de berichtet wie auch die Tageszeitungen im Oberhausener Teil über die Ergebnisse.
- 15. November 2011: Die Johannesschule nimmt keine Schüler mehr auf.
Die Anmeldungen der Schulanfänger für das Schuljahr 2012/2013 erfolgten schon ausschließlich an der Astrid-Lindgren-Schule, denn die Johannesschule wird sich bis zum nächsten Schuljahr aufgelöst haben.
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